Uhren reparieren

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Uhren reparieren (das Buch zur Uhrenreparatur)

Zum Thema der Reparatur der mechanischen Kleinuhren gab es bisher nur ein Buch neueren Datums: "Der moderne Uhrmacher" von Hans Jendritzki. Es war aufgrund seiner Einzigartigkeit geschätzt und wurde in acht Sprachen übersetzt. Zu Tausenden haben Uhrmacher dank der modernen Konzeption dieses Buches ihren Beruf erlernt oder ihre Arbeitsmethoden verbessert. Uhrenliebhabern war es wegen seiner Anschaulichkeit und leicht verständlichen Darstellung in Wort und Bild eine große Hilfe.

Mit der "Renaissance" der mechanischen Kleinuhren wurde der Beruf des Uhrmachers wieder interessant und zahlreiche interessierte "Nichtfachleute" entwickelten neues und starkes Interesse an einem leicht verständlichen Buch mit nachvollziehbaren Arbeitsschritten und zahlreichen informativen Zeichnungen und Fotos.

Der Autor Michael Stern, der sich seit längerem um den Erhalt alter Uhrenliteratur kümmert (www.info-uhren.de), hat jetzt ein neues Buches zu diesem Thema unter Verwendung der alten Jendritzki-Vorlage vorgelegt. Als Koautor stand ihm dabei Horst Heydt zur Seite. Beide wurden wiederum fachlich von den Uhrmachermeistern C. Höller und H. Stevens unterstützt.

Als H. Jendritzki sein Buch konzipierte, waren wesentliche Voraussetzungen anders als heute. Die Autoren suchten nach einer zeitgemäßen Lösung und sahen sich vor die Aufgabe gestellt, den heutigen Bedingungen Rechnung zu tragen.

Unter Berücksichtigung des erweiterten Adressatenkreises -Uhrmacher und interessierter Nichtfachmann - wurden Umstellungen, Ergänzungen und Erweiterungen, aber auch Streichungen geplant und verwirklicht.

Der didaktische Weg beim Beschreiben von Reparaturen wurde geändert: Die Uhr wird jetzt von außen nach innen betrachtet. Jeder kann nach seinem Können an vielen Stellen aus der Reparatur wieder aussteigen. Wenn es dem Einen reicht, die Uhr öffnen zu können, möchte der Nächste zumindest das Uhrwerk ausbauen. Und wem das nicht genügt, dem wird "step by step" die Demontage des Werkes und seine Reparatur nahe gebracht.

Einleitende Hinweise zu jedem Kapitel sind dem interessierten Nichtfachmann eine Hilfe. Sobald das Uhrwerk besprochen wird, ist durchgängig das Kaliber Peseux 7001 (heute ETA 7001) zur Verdeutlichung genutzt.

Auch wenn die wesentlichen Grundlagen der Feinmechanik und der Reparatur von Kleinuhren unverändert geblieben sind, wurde versucht, neuere Werkzeuge, Methoden und Materialien aufzunehmen. Hierbei werden auch einige Lieferanten und Bezugsquellen genannt, um dem Interessierten den Einstieg zu erleichtern.

In dem vorliegenden Buch wurde Bewährtes erhalten und Neues berücksichtigt!

Da auch die besten Bilder in einem Buch in ihren Aussagen beschränkt sind, haben sich die Autoren entschlossen, dem Buch eine CD beizulegen. Dort finden sich nach den Buchkapiteln geordnet Animationen zur De- und Montage von Uhren, Hemmungsanimationen, ergänzende Fachartikel und Ölpläne, Fehlertabellen und Wartungsanleitungen zum Ausdrucken. Zusätzlich planen die Autoren, im Internet unter www.uhrenliteratur.de über Nachträge zu diesem Buch zu informieren, so wie es ja auch schon beim Buch "Der Uhrmacher an der Drehbank" gehandhabt wurde

In offenbar gelungener Kooperation der Autoren ist das Buch von Hans Jendritzki grundlegend überarbeitet, eine neue, bessere und übersichtlichere Grundstruktur mit allgemeinen und auch für den Fachmann interessanten Einführungen in insgesamt nun 23 Kapiteln geschaffen, wobei frühere Kapitel in ein neues untergliedertes System zusammengefasst wurden. Verdienstvoll mit Blick auf die Restauration von Uhren sind nicht nur diesbezügliche Hinweise in vielen Kapiteln sondern auch die neue Einbeziehung der "Zylinder-Hemmung" in Funktion und Reparatur.

Im Unterschied zum Original sind nicht nur allgemeine Hinweise zur Uhrenreparatur hinzugekommen. Die Autoren verstehen es, schwierige Sachverhalte in eine bildhafte, unkomplizierte, erfrischend einfache Sprache und Form zu bringen, so dass auch ohne die erheblich erweiterte, durchweg qualitativ hochwertige Bebilderung sich neben den Uhrmacher-Profis die neu in den Blick genommen ambitionierten Nichtfachleute und Hobbyuhrmacher schnell in mehrfacher Hinsicht "sein Bild machen" können und technischen Hintergrund, Arbeitsabläufe und eventuelle Fehlerquellen schnell erfassen können.

Die Beschreibungen sind präzise und korrekt, die Bilder so aufbereitet, dass sie Arbeitsabläufe optimal begleitend zum Text dokumentieren. Viele Bilder erklären sich in ihren Ausschnitten und beigefügtem Kurztext von selbst. Bilder und Text sind in der Neuausgaben aufeinander bezogen und durch die neue Grundstruktur gehört das langwierige Suchen der zugehörigen Bilder zum Text im alten Original nun der Vergangenheit an. Das gesamte neue Buch lässt die didaktische und technische Kompetenz der Autoren erkennen und ist auch damit eine gelungene Weiterführung des Originals, das von vielen als unüberbietbar angesehen wurde. Hier wird der Beweis erbracht, dass es dennoch möglich ist.
Alte und auch neue Arbeitsmaterialien und Werkzeuge werden vorgestellt, Arbeitshinweise gegeben, alternative Techniken und Möglichkeiten benannt und auch die zuweilen kontroverse Diskussion bezüglich der Reinigung und des Ölens der Kleinuhrwerke nicht ausgeklammert.

Die Aktualisierung des Gebrauchs von modernen Werkstoffen, aber auch des Einsatzes der Zeitwaage bis hin zu neuesten Entwicklungen mit Computertechnologie, schließen eine in der Literatur zuvor feststellbare Lücke und sind zudem eine aktuelle, äußerst gelungene fachlich fundierte Zusammenfassung mit hohem Niveau.

Die konsequente Überarbeitung und Aktualisierung lässt sich auch am erheblich gesteigerten Umfang erkennen.

Der Umfang der fünften Auflage lag bei 136 Seiten - die Neufassung und Überarbeitung ist mit 312 Seiten mehr als doppelt so stark geworden. Dabei wurden noch einige zuweilen höchst umstrittene Empfehlungen von Hans Jendritzki nicht mehr abgedruckt und in anderen kritischen Fällen zur Beurteilung des Zustandes einer Uhr entsprechende warnende Hinweise und Einschränkungen deutlich gegeben. ca. 370 neue Abbildungen wurden hinzugefügt.

Arbeitsschritte oder Zusammenhänge wurden zur besseren Verständlichkeit in Wort und Bild ergänzt und erschließen auch dem ambitionierten Nichtfachmann und Hobbyisten die Technik und Reparatur der Uhr.

Sehr positiv sind auch Hinweise auf Bezugsquellen und Internet-Adressen.

Zum Buch gehört eine höchst interessante, für den Buchkäufer kostenlose CD-ROM mit Animationen des Auseinander- und Zusammenbaues eines Handaufzug-, eines Automatik- und eines Quarzwerkes, aber auch der verschiedenen Hemmungssysteme. Zusätzliche Fachartikel, Ölpläne und Fehlertabellen ergänzen das Buch.

Der Leser des Buches stellt fest, dass hier neue Maßstäbe gesetzt wurden. Das Buch gehört in die Hand des Uhrmachers, Praktikers und Uhrenliebhabers - es wird sich als Gewinn erweisen.

Der Preis des Buches inklusive der CD ist im Vergleich zu anderen Fachbüchern dieses Umfanges und Qualität erstaunlich gering, sogar geringer als seinerseits "Der moderne Uhrmacher). Die hohe inhaltliche und buchdruckerische Qualität des in Fadenheftung gebundenen Buches im Format 14 x 24 cm erklärt sich aus dem Engagement der Autoren, auf eventuelle Gewinne zu verzichten, dafür aber im besten Sinn ein neues, verständliches und nachvollziehbares "Bilderbuch" der Armbanduhr vorzustellen, hervorragend zum Selbststudium und für die Ausbildung der Uhrmacher geeignet ist.
 

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